Einleitung
Ein Schallpegelmesser dient zur Messung des Schalldruckpegels in Umgebungen oder an Maschinen und Anlagen. Das Messergebnis wird in der Regel in Dezibel (dB) angegeben. In technischen Daten finden sich häufig Angaben wie „30–130 dB“ oder „35–130 dB“.
Welchen Bereich kann ein Schallpegelmesser tatsächlich erfassen? Nicht alle Geräte verfügen über denselben Messbereich. Der Messbereich hängt unter anderem von der Gerätekonstruktion, der Mikrofonleistung, der Messelektronik und dem jeweiligen Modell ab. Bei vielen digitalen Handgeräten ist ein Bereich von etwa 30–130 dB üblich. Für professionelle Anwendungen können jedoch niedrigere Messgrenzen oder größere Gesamtbereiche erforderlich sein.
Das Wichtigste im Überblick
● Der Messbereich gibt den Schalldruckpegelbereich an, in dem ein Schallpegelmesser innerhalb seiner spezifizierten Leistungsdaten messen kann.
● Bei vielen digitalen Hand-Schallpegelmessern liegt der typische Messbereich bei etwa 30–130 dB.
● Je nach Modell können beispielsweise 35–130 dB oder andere Bereiche spezifiziert sein.
● Unterhalb der unteren Messgrenze können Eigenrauschen und Hintergrundgeräusche das Messergebnis beeinflussen.
● Oberhalb der oberen Messgrenze kann das Gerät eine Übersteuerung beziehungsweise Messbereichsüberschreitung anzeigen.
● Bei der Auswahl sollten sowohl die untere als auch die obere Messgrenze berücksichtigt werden.
Was bedeutet der Messbereich eines Schallpegelmessers?
Der Messbereich beschreibt den Bereich des Schalldruckpegels, innerhalb dessen das Gerät gemäß seinen spezifizierten Eigenschaften messen kann. Er wird üblicherweise in dB angegeben.
Beispiel:
Messbereich: 30–130 dB
Das bedeutet, dass das Gerät für Schalldruckpegel von ungefähr 30 dB bis 130 dB vorgesehen ist.
30 dB bilden in diesem Fall die untere und 130 dB die obere Messgrenze. Liegt der tatsächliche Pegel deutlich außerhalb dieses Bereichs, ist eine zuverlässige Messung möglicherweise nicht mehr gewährleistet.
Der Messbereich darf nicht mit der Messgenauigkeit verwechselt werden. Zwei Geräte mit demselben Bereich von 30–130 dB können sich deutlich hinsichtlich Genauigkeit, Frequenzgang, Zeitbewertung, Frequenzbewertung und Geräteklasse unterscheiden.
Welcher Messbereich ist bei Schallpegelmessern üblich?
Für allgemeine Umweltmessungen, Wartungsarbeiten und routinemäßige Lärmmessungen mit digitalen Handgeräten ist ein Bereich von etwa 30–130 dB weit verbreitet.
Je nach Anwendung können beispielsweise folgende Bereiche vorkommen:
● 30–130 dB: häufig bei universell einsetzbaren digitalen Schallpegelmessern;
● 35–130 dB: bei einigen Standard-Handgeräten;
● Niedrigere untere Messgrenzen: für ruhige Umgebungen, Labore und Niedrigpegelmessungen;
● Höhere obere Messgrenzen: für hohe industrielle Schallpegel und spezielle akustische Messungen.
Es gibt daher keinen einheitlichen Messbereich für alle Schallpegelmesser. Maßgeblich sind immer die technischen Daten des jeweiligen Geräts.
Welche Geräusche liegen ungefähr zwischen 30 und 130 dB?
Ein Bereich von 30–130 dB deckt viele typische Geräuschsituationen in Wohn-, Gewerbe- und Industrieumgebungen ab.
Als grobe Orientierung:
● 30–40 dB: relativ ruhige Innenräume;
● 50–60 dB: typische Büroumgebung oder normale Unterhaltung;
● 70–80 dB: stärker frequentierte Bereiche, bestimmte Maschinen oder Verkehrslärm;
● 90–100 dB: lautere Maschinen und Produktionsbereiche;
● Über 110 dB: sehr hohe Schallpegel;
● Nahe 130 dB: extrem hohe Schalldruckpegel.
Diese Angaben dienen lediglich der Orientierung. Tatsächliche Pegel hängen unter anderem von Schallquelle, Messabstand, Reflexionen, Betriebszustand der Maschine und Umgebung ab.
Warum messen viele Schallpegelmesser nicht ab 0 dB?
Hier besteht häufig ein Missverständnis.
0 dB bedeutet nicht „kein Schall“, sondern bezeichnet einen definierten akustischen Referenzpegel. Für präzise Messungen sehr niedriger Schalldruckpegel sind empfindliche Mikrofone, rauscharme Vorverstärker und eine entsprechend hochwertige Messelektronik erforderlich.
Jeder reale Schallpegelmesser besitzt zudem ein bestimmtes Eigenrauschen. Nähert sich das zu messende Signal diesem Eigenrauschpegel, kann das Gerät den externen Schall nicht mehr zuverlässig von seinem eigenen Rauschen unterscheiden.
Aus diesem Grund liegt die untere Messgrenze vieler universeller Handgeräte bei etwa 30 dB und nicht bei 0 dB.
Was passiert unterhalb des Messbereichs?
Liegt der tatsächliche Schalldruckpegel unterhalb der spezifizierten unteren Messgrenze, kann das Messergebnis durch das Eigenrauschen des Geräts beeinflusst werden.
Ein Schallpegelmesser mit einem Messbereich von 30–130 dB ist beispielsweise nicht für präzise Messungen extrem leiser akustischer Umgebungen ausgelegt.
Mögliche Auswirkungen sind:
● Der angezeigte Wert sinkt nicht weiter ab;
● Die Messwertanzeige schwankt stärker;
● Das Gerät zeigt gegebenenfalls eine Messbereichsunterschreitung an;
● Der angezeigte Wert bildet den tatsächlichen Schalldruckpegel nicht zuverlässig ab.
Für ruhige Labore, akustische Prüfräume oder andere Niedrigpegelanwendungen sollte ein Gerät mit niedrigerer Messgrenze und geringerem Eigenrauschen gewählt werden.
Was passiert oberhalb der oberen Messgrenze?
Überschreitet der tatsächliche Schalldruckpegel den maximal zulässigen Messbereich, kann das Eingangssignal die Verarbeitungskapazität der Messelektronik überschreiten.
Je nach Gerät erscheint beispielsweise eine Anzeige wie „OVER“ oder „OL“. Andere Geräte zeigen möglicherweise einen Wert nahe der maximalen Messgrenze an.
Bei einer Messbereichsüberschreitung darf der angezeigte Wert nicht als genauer Schalldruckpegel betrachtet werden. Ein Gerät mit einer maximalen Messgrenze von 130 dB kann beispielsweise oberhalb dieses Wertes nicht zuverlässig unterscheiden, ob tatsächlich 132 dB oder 138 dB vorliegen.
Bei sehr hohen Schallpegeln sollte deshalb ein Gerät mit ausreichender Reserve im oberen Messbereich gewählt werden.
Ist ein größerer Messbereich grundsätzlich besser?
Nicht unbedingt.
Ein größerer Messbereich ermöglicht zwar die Erfassung eines breiteren Schalldruckpegelspektrums, sagt allein jedoch nichts über die Gesamtqualität des Messgeräts aus.
Weitere wichtige Kriterien sind:
● Messgenauigkeit;
● Frequenzgang;
● Frequenzbewertungen wie A- oder C-Bewertung;
● Zeitbewertungen wie FAST und SLOW;
● Eigenrauschen des Geräts;
● Auflösung;
● Erforderliche Geräteklasse und anwendbare Normanforderungen.
Wenn die zu erwartenden Schallpegel beispielsweise überwiegend zwischen 50 und 100 dB liegen, kann ein stabiles und ausreichend genaues Gerät, das diesen Bereich zuverlässig abdeckt, vollkommen ausreichend sein.
Wie wählt man den passenden Messbereich?
Zunächst sollten der niedrigste und der höchste zu erwartende Schalldruckpegel abgeschätzt werden. Anschließend empfiehlt sich ein Messgerät mit ausreichender Reserve.
● Allgemeine Umgebungslärmmessung: Etwa 30–130 dB deckt häufig Büros, Schulen, gewerbliche Bereiche und allgemeine Umgebungsgeräusche ab.
● Maschinen- und Anlagenmessung: Neben der oberen Messgrenze sind Genauigkeit und Ansprechverhalten im relevanten Pegelbereich wichtig.
● Arbeitsplatzlärmmessung: Die Auswahl sollte anhand der geltenden Anforderungen für die jeweilige Lärmbewertung erfolgen und nicht ausschließlich nach dem Messbereich.
● Leise Umgebungen: Besondere Aufmerksamkeit gilt der unteren Messgrenze und dem Eigenrauschen.
● Sehr laute Umgebungen: Die obere Messgrenze sollte ausreichend Reserve bieten, um Übersteuerungen zu vermeiden.
Entscheidend ist somit nicht der größtmögliche Messbereich, sondern ein Schallpegelmesser, der den tatsächlichen Einsatzbereich abdeckt und gleichzeitig die erforderliche Genauigkeit und Leistungsfähigkeit bietet.
Was ist der Unterschied zwischen Messbereich und Auflösung?
Messbereich und Auflösung sind unterschiedliche technische Angaben.
Beispiel:
Messbereich: 30–130 dB
Auflösung: 0,1 dB
Der Messbereich beschreibt, welche Schalldruckpegel das Gerät erfassen kann. Eine Auflösung von 0,1 dB bedeutet dagegen, dass die Anzeige typischerweise Änderungen in Schritten von 0,1 dB darstellen kann.
Wichtig: Eine Anzeigeauflösung von 0,1 dB bedeutet nicht, dass die Messgenauigkeit ±0,1 dB beträgt. Die Genauigkeit ist separat in den technischen Daten angegeben.
FAQ
Welchen Messbereich haben Schallpegelmesser normalerweise?
Viele digitale Hand-Schallpegelmesser decken etwa 30–130 dB ab. Der genaue Bereich hängt jedoch vom jeweiligen Modell ab.
Reichen 30–130 dB für allgemeine Messungen aus?
Für viele Messungen in Büros, Schulen, Gewerbebereichen, bei der Wartung und in industriellen Umgebungen ist dieser Bereich ausreichend. Spezielle akustische Aufgaben können andere Anforderungen stellen.
Kann ein Schallpegelmesser 0 dB messen?
Universelle Handgeräte können in der Regel nicht zuverlässig ab 0 dB messen. Für sehr niedrige Schallpegel werden professionelle Geräte mit deutlich geringerem Eigenrauschen benötigt.
Kann oberhalb von 130 dB weitergemessen werden?
Ist 130 dB die spezifizierte obere Messgrenze, können höhere Pegel eine Messbereichsüberschreitung verursachen. Die angezeigten Werte sind dann nicht zuverlässig.
Bedeutet ein größerer Messbereich automatisch höhere Genauigkeit?
Nein. Messbereich und Genauigkeit sind voneinander unabhängige Spezifikationen. Auch Frequenzgang, Bewertungskurven, Eigenrauschen und Geräteklasse sind relevant.
Ist die obere oder die untere Messgrenze wichtiger?
Beide sind wichtig. Bei hohen Geräuschpegeln ist die obere Grenze entscheidend, während bei leisen Messungen insbesondere die untere Messgrenze und das Eigenrauschen berücksichtigt werden müssen.
Fazit
Der Messbereich eines Schallpegelmessers hängt von Konstruktion und Einsatzzweck des Geräts ab. Bei universellen digitalen Hand-Schallpegelmessern sind etwa 30–130 dB ein häufig anzutreffender Bereich, der zahlreiche Anwendungen in Umwelt, Gewerbe und Industrie abdeckt.
Der Messbereich ist jedoch nur ein Auswahlkriterium. Bei niedrigen, sehr hohen oder professionell zu bewertenden Schallpegeln müssen zusätzlich untere Messgrenze, Eigenrauschen, Genauigkeit, Frequenzgang, Bewertungsfunktionen und Geräteklasse berücksichtigt werden.
Vor der Messung sollten daher stets die technischen Daten des Geräts geprüft und sichergestellt werden, dass der erwartete Schalldruckpegel innerhalb des spezifizierten Messbereichs liegt.














