Wie wird ein Infrarot-Thermometer richtig gewartet und gepflegt?

Veröffentlicht: 2026-03-16 Herausgeber: Amy
Lesezeit: 360 Sek.
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Einleitung

Ein Infrarot-Thermometer bestimmt die Temperatur anhand der von einer Objektoberfläche abgegebenen Infrarotstrahlung. Der Zustand der Optik, des Sensors und der Umgebungsbedingungen kann daher die Messleistung unmittelbar beeinflussen.

Bei der regelmäßigen Wartung geht es weniger um Arbeiten an internen Bauteilen als vielmehr darum, die Optik sauber zu halten, mechanische Belastungen zu vermeiden, die Batterien richtig zu handhaben und das Messgerät unter geeigneten Bedingungen einzusetzen und zu lagern.

Eine sachgerechte Pflege trägt dazu bei, die Lebensdauer des Geräts zu verlängern und eine gleichbleibende Messleistung zu erhalten, insbesondere bei Anwendungen in der industriellen Instandhaltung, in HVAC-Anlagen, bei elektrischen Prüfungen und bei regelmäßigen Anlageninspektionen.


Das Wichtigste im Überblick

● Die Infrarotoptik gehört zu den wichtigsten zu pflegenden Komponenten. Staub, Öl, Feuchtigkeit und andere Verunreinigungen können die auf den Sensor gelangende Infrarotstrahlung beeinflussen.
● Zur Reinigung der Optik sollten weiche, fusselfreie Materialien verwendet werden. Raue Tücher, Papier oder scharfe Gegenstände sind zu vermeiden.
● Das Gerät sollte vor Stürzen, starken Stößen, hoher Temperatur, hoher Luftfeuchtigkeit und korrosiven Umgebungen geschützt werden.
● Bei längerer Lagerung ist besonders auf den Zustand der Batterien zu achten.
● Nach einem Wechsel zwischen Umgebungen mit deutlichen Temperaturunterschieden sollte sich das Gerät vor präzisen Messungen akklimatisieren.
● Bei Anwendungen mit definierten Genauigkeitsanforderungen sollte die Messleistung regelmäßig überprüft und bei Bedarf eine Kalibrierung durchgeführt werden.


Infrarotoptik sauber halten

Die Optik an der Vorderseite eines Infrarot-Thermometers sammelt die von der Messoberfläche abgegebene Infrarotstrahlung. Staub, Öl, Fingerabdrücke, Kondenswasser oder andere Verschmutzungen können die auf den Detektor gelangende Strahlungsmenge verändern und dadurch Messabweichungen verursachen.

Die Optik sollte regelmäßig kontrolliert werden. Loser Staub kann in der Regel vorsichtig mit einem geeigneten sauberen Blasebalg entfernt werden. Fingerabdrücke oder fettige Rückstände sollten nur mit einem für optische Komponenten geeigneten und vom Hersteller freigegebenen Verfahren beseitigt werden.

● Die Infrarotoptik nicht mit den Fingern berühren.
● Keine rauen Papiertücher, abrasiven Stoffe oder scharfen Gegenstände verwenden.
● Keine größeren Flüssigkeitsmengen direkt auf die Optik sprühen.
● Nach der Reinigung prüfen, ob die Oberfläche trocken und frei von sichtbaren Rückständen ist.

Bei Kratzern, Beschädigungen oder starken Verschmutzungen sollte das Gerät nicht eigenständig zerlegt werden. In solchen Fällen ist eine fachgerechte Überprüfung empfehlenswert.


Gehäuse richtig reinigen

Beim Einsatz in Werkstätten, Produktionsbereichen, auf Baustellen oder im Freien können sich Staub, Öl und andere Verschmutzungen auf dem Gehäuse ablagern.

Das Gehäuse kann in der Regel mit einem weichen, trockenen oder leicht angefeuchteten Tuch gereinigt werden. Falls ein Reinigungsmittel erforderlich ist, muss sichergestellt sein, dass es Kunststoffe, Gummi und andere Gehäusematerialien nicht angreift.

● Kein Benzin, keine aggressiven Lösungsmittel und keine korrosiven Chemikalien verwenden.
● Darauf achten, dass keine Flüssigkeit in Tasten, Anschlüsse, Batteriefach oder Gehäuseöffnungen gelangt.
● Das Gerät vor der erneuten Verwendung vollständig trocknen lassen.

Auch bei Geräten mit definierter Staub- oder Wasserbeständigkeit bedeutet dies nicht automatisch, dass sie abgewaschen oder in Wasser eingetaucht werden dürfen. Maßgeblich sind die jeweilige Schutzart und die Herstellerangaben.


Stürze und mechanische Belastungen vermeiden

Infrarot-Thermometer enthalten präzise Komponenten wie optische Elemente, einen Infrarotdetektor, elektronische Schaltungen und bei vielen Modellen eine Laserzieleinrichtung. Starke Stöße oder Stürze können zu einer Verschiebung der Optik, Gehäuseschäden, Anzeigeproblemen oder Messabweichungen führen.

Das Gerät sollte nicht an Kanten von Maschinen, auf erhöhten Flächen oder an Orten abgelegt werden, an denen es leicht herunterfallen oder angestoßen werden kann. Für Transport und Lagerung empfiehlt sich eine geeignete Schutztasche oder Verpackung.

Nach einem stärkeren Sturz sollte geprüft werden:

● Funktionieren Anzeige und Bedienelemente normal?
● Zeigen die Temperaturmesswerte auffällige Abweichungen?
● Ist die Position des Laserzielpunkts ungewöhnlich?
● Sind Risse, Lockerungen oder Schäden an Optik oder Gehäuse sichtbar?

Weichen die Messergebnisse deutlich vom üblichen Verhalten ab, sollte das Gerät bis zur Überprüfung nicht für kritische Messungen eingesetzt werden.


Batterien richtig warten

Der Batteriezustand beeinflusst den normalen Betrieb des Messgeräts. Bei geringer Batteriespannung können je nach Modell beispielsweise ein schwaches Display, Startprobleme oder instabiles Verhalten auftreten.

Wenn die Batteriewarnanzeige erscheint, sollten die Batterien entsprechend der Bedienungsanleitung ausgetauscht werden. Dabei sind Batterietyp, Polarität und Einbaurichtung zu beachten.

● Nur die vorgeschriebene Batterieausführung verwenden.
● Neue und gebrauchte Batterien sowie unterschiedliche Batterietypen nicht mischen.
● Verschmutzungen oder Korrosion im Batteriefach zeitnah beseitigen lassen.
● Bei längerer Nichtbenutzung die Batterien entsprechend den Herstellerangaben entnehmen, um das Risiko von Auslaufen zu reduzieren.

Nach längerer Lagerung sollten Batterien und Batteriefach kontrolliert werden, bevor das Gerät wieder eingesetzt wird.


Längere Einwirkung ungünstiger Umgebungsbedingungen vermeiden

Hohe Temperaturen, hohe Luftfeuchtigkeit, Staub, korrosive Gase und schnelle Temperaturwechsel können elektronische Bauteile und das optische System beeinträchtigen.

Bei Nichtgebrauch sollte das Gerät trocken, sauber und innerhalb der angegebenen Lagerbedingungen aufbewahrt werden. Dauerhafte direkte Sonneneinstrahlung, stark aufgeheizte Fahrzeuge, feuchte Bereiche und die Nähe zu Wärmequellen sollten vermieden werden.

Besondere Aufmerksamkeit ist erforderlich, wenn ein kaltes Gerät in eine warme und feuchte Umgebung gebracht wird. Dabei kann sich Kondenswasser auf der Optik oder im Inneren bilden. Präzise Messungen sollten erst durchgeführt werden, wenn sich das Gerät an die Umgebungstemperatur angepasst hat und keine Kondensation mehr vorhanden ist.


Messfenster und Laserbereich freihalten

Viele Infrarot-Thermometer verfügen sowohl über ein Infrarot-Messfenster als auch über eine Laserzieleinrichtung. Diese Bereiche müssen frei von Etiketten, Klebeband, Staub und anderen Hindernissen bleiben.

Der Laser dient in erster Linie zur Orientierung bzw. Zielerfassung. Die eigentliche Temperaturmessung erfolgt über das Infrarot-Optiksystem. Ein funktionierender Laser bedeutet daher nicht automatisch, dass das Infrarot-Messsystem einwandfrei arbeitet.

Falls der Laser nach einem Stoß deutlich versetzt oder instabil erscheint, sollte zusätzlich die tatsächliche Temperaturmessleistung überprüft werden.


Messleistung regelmäßig überprüfen

Zur Wartung gehört neben der Reinigung auch eine grundlegende Kontrolle der Messstabilität.

Unter möglichst konstanten Bedingungen kann dasselbe Messobjekt mehrfach gemessen werden, um ungewöhnliche Schwankungen oder Drift zu erkennen. Stehen geeignete Referenzgeräte zur Verfügung, können unter kontrollierten Bedingungen zusätzlich Vergleichsmessungen durchgeführt werden.

Eine weitergehende Prüfung ist sinnvoll, wenn:

● Messwerte unter vergleichbaren Bedingungen deutlich von früheren Ergebnissen abweichen.
● Die Messwerte dauerhaft ungewöhnlich hoch oder niedrig erscheinen.
● Das Gerät einem starken Sturz, Stoß oder hoher Temperatur ausgesetzt war.
● Die Optik stark verschmutzt oder beschädigt wurde.
● Das Gerät nach längerer Lagerzeit wieder in Betrieb genommen wird.

Infrarot-Thermometer können sich hinsichtlich Spektralbereich, Emissionsgradeinstellung, D:S-Verhältnis und Genauigkeit unterscheiden. Der direkte Vergleich zweier Geräte ersetzt daher keine fachgerechte Kalibrierung.


Kalibrierung bei Bedarf einplanen

Die regelmäßige Wartung eines Infrarot-Thermometers bedeutet nicht, dass das Gerät nach jeder Reinigung oder Kontrolle neu kalibriert werden muss.

In der Qualitätssicherung, in Laboranwendungen, in der industriellen Fertigung sowie in anderen Bereichen mit definierten Genauigkeitsanforderungen sollten Kalibrierintervalle jedoch anhand des Qualitätsmanagementsystems, der Herstellerempfehlungen, der Einsatzbedingungen und der tatsächlichen Nutzung festgelegt werden.

Eine professionelle Kalibrierung oder Überprüfung ist außerdem sinnvoll, wenn das Gerät starken mechanischen Belastungen ausgesetzt war, deutlich auffällige Messwerte zeigt oder nach intensiver Langzeitnutzung die Messgenauigkeit nicht mehr sicher beurteilt werden kann.

Für eine fachgerechte Kalibrierung werden in der Regel Referenzstrahlungsquellen mit bekannten Eigenschaften und entsprechende Prüfeinrichtungen benötigt. Eigenständige Korrekturen durch willkürliches Verändern interner Parameter sind nicht zu empfehlen.


Infrarot-Thermometer bei längerer Nichtbenutzung richtig lagern

Vor einer längeren Lagerung sollte das Gerät grundsätzlich gereinigt und kontrolliert werden.

● Staub und Verschmutzungen von Gehäuse und Optik entfernen.
● Sicherstellen, dass das Gerät vollständig trocken ist.
● Batterien gemäß Herstellerangaben behandeln oder entnehmen.
● Das Gerät in einer Schutztasche, einem geeigneten Koffer oder der Originalverpackung aufbewahren.
● Nicht unmittelbar zusammen mit scharfkantigen Werkzeugen oder schweren Gegenständen lagern.
● Einen trockenen, sauberen und gut belüfteten Lagerort innerhalb der zulässigen Umgebungsbedingungen wählen.

Vor der Wiederinbetriebnahme sollten Gehäuse, Batterien, Optik und grundlegende Messfunktionen überprüft werden.


Welche Wartungsmaßnahmen können ein Infrarot-Thermometer beschädigen?

Einige scheinbar einfache Reinigungs- und Wartungsmethoden können das Gerät beschädigen.

● Reinigen der Infrarotoptik mit Schleifpapier, rauem Papier oder harten Gegenständen.
● Verwendung aggressiver Lösungsmittel an Gehäuse oder Optik.
● Eintauchen des Geräts in Wasser.
● Eigenständiges Zerlegen von Optik, Detektor oder interner Elektronik.
● Langfristige Lagerung im heißen Fahrzeug, in der Nähe heißer Anlagen oder in feuchten Bereichen.
● Weiterverwendung trotz ausgelaufener Batterien und verunreinigtem Batteriefach.
● Einsatz für kritische Messungen unmittelbar nach einem stärkeren Sturz ohne Funktionskontrolle.

Interne Fehler, beschädigte Optiken und auffällige Messabweichungen sollten durch qualifiziertes Fachpersonal überprüft werden.


FAQ

Wie oft sollte ein Infrarot-Thermometer gereinigt werden?
Es gibt kein allgemeingültiges Reinigungsintervall. Die Häufigkeit richtet sich nach den Einsatzbedingungen. In staubigen oder ölhaltigen Industrieumgebungen sollte die Optik häufiger kontrolliert werden. Unnötig häufiges Reiben ist jedoch ebenso zu vermeiden wie dauerhaft sichtbare Verschmutzungen.

Kann die Optik eines Infrarot-Thermometers mit Alkohol gereinigt werden?
Material und Beschichtung der Optik können je nach Gerät unterschiedlich sein. Alkohol oder andere Lösungsmittel sollten nur verwendet werden, wenn dies vom Hersteller ausdrücklich freigegeben ist.

Kann ein Infrarot-Thermometer nach einem Sturz weiterverwendet werden?
Nach einem leichten Sturz sollten Gehäuse, Funktionen und Messleistung kontrolliert werden. Bei auffälligen Messwerten, beschädigter Optik, verschobenem Laser oder gerissenem Gehäuse sollte das Gerät vor kritischen Messungen fachgerecht überprüft werden.

Sollten die Batterien bei längerer Lagerung entfernt werden?
Bei Geräten mit austauschbaren Batterien ist dies bei längerer Lagerung in der Regel sinnvoll, sofern es den Herstellerangaben entspricht. Dadurch wird das Risiko von Schäden durch auslaufende Batterien reduziert.

Kann Wartung ungenaue Messwerte beheben?
Ja, wenn die Ursache beispielsweise eine verschmutzte Optik, eine schwache Batterie oder ein starker Temperaturwechsel ist. Falscher Emissionsgrad, ungeeigneter Messabstand, ein zu kleines Messobjekt oder Kalibrierabweichungen müssen dagegen separat geprüft werden.

Muss ein Infrarot-Thermometer regelmäßig kalibriert werden?
Das hängt von Einsatzgebiet, Nutzungshäufigkeit, Qualitätsanforderungen, geforderter Genauigkeit und Herstellerempfehlungen ab. Für Anwendungen mit definierten Genauigkeitsanforderungen sollte ein geeignetes Prüf- oder Kalibrierintervall festgelegt werden.


Fazit

Die Wartung eines Infrarot-Thermometers konzentriert sich vor allem auf den Schutz von Optik, Gehäuse, Batterien und interner Elektronik. Eine saubere Optik, der Schutz vor mechanischer Belastung, ein korrekter Umgang mit Batterien sowie geeignete Einsatz- und Lagerbedingungen helfen, Messprobleme zu vermeiden und die Lebensdauer des Geräts zu verlängern.

Für allgemeine Anwendungen reichen regelmäßige Sicht- und Funktionskontrollen sowie eine sachgerechte Reinigung in der Regel aus. In industrieller Fertigung, Qualitätssicherung, Laboranwendungen und anderen Bereichen mit erhöhten Genauigkeitsanforderungen sollten zusätzlich regelmäßige Leistungsprüfungen und bei Bedarf professionelle Kalibrierungen vorgesehen werden.

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