Welche Funktion hat die Alarmfunktion eines Infrarot-Thermometers?

Veröffentlicht: 2026-04-28 Herausgeber: Amy
Lesezeit: 300 Sek.
Tags: Infrarot-Thermometer AlarmfunktionHochtemperaturalarmNiedrigtemperaturalarmberührungslose TemperaturmessungTemperaturalarmInfrarot-Thermometer Funktionen

Einleitung

Bei der Instandhaltung von Anlagen, elektrischen Inspektionen, HVAC-Anwendungen und Produktionskontrollen reicht es häufig nicht aus, lediglich einen Temperaturwert abzulesen. Ebenso wichtig ist die schnelle Beurteilung, ob sich die gemessene Temperatur außerhalb eines zulässigen Bereichs befindet.

Daher verfügen einige Infrarot-Thermometer über Hoch- und Niedrigtemperaturalarme. Der Anwender legt zuvor entsprechende Temperaturgrenzen fest. Sobald der Messwert eine definierte Alarmbedingung erfüllt, gibt das Gerät ein akustisches, optisches oder displaybasiertes Warnsignal aus.

Die Alarmfunktion erhöht nicht die Messgenauigkeit. Sie reduziert vielmehr den Aufwand, jeden Messwert manuell mit einem Grenzwert vergleichen zu müssen, und erleichtert die schnelle Erkennung thermischer Abweichungen.


Das Wichtigste im Überblick

● Die Alarmfunktion zeigt an, ob eine gemessene Temperatur außerhalb definierter Grenzwerte liegt.
● Üblich sind Hochtemperaturalarm, Niedrigtemperaturalarm sowie kombinierte obere und untere Grenzwerte.
● Die Warnung kann über Signalton, LED, farbige Displaybeleuchtung oder Symbole erfolgen.
● Alarmgrenzen sind nicht mit dem Messbereich des Geräts oder zulässigen Betriebstemperaturen des Messobjekts gleichzusetzen.
● Die Zuverlässigkeit der Alarmbewertung hängt weiterhin von Emissionsgrad, Messabstand, Zielgröße und Umgebungsbedingungen ab.


Was ist die Alarmfunktion eines Infrarot-Thermometers?

Die Alarmfunktion ist eine Zusatzfunktion, die den aktuellen Messwert mit einem vom Anwender definierten Temperaturgrenzwert vergleicht.

Wird beispielsweise der Hochtemperaturalarm auf 80°C eingestellt, kann das Gerät einen Alarm auslösen, sobald die gemessene Oberflächentemperatur 80°C erreicht oder überschreitet. Entsprechend kann ein Niedrigtemperaturalarm aktiviert werden, wenn der Messwert unter einen festgelegten Wert fällt.

Einstellbereiche, Alarmbedingungen und Anzeigearten unterscheiden sich je nach Modell. Für die konkrete Bedienung sind daher die technischen Angaben und die Bedienungsanleitung des jeweiligen Geräts maßgeblich.


Wozu dient ein Hochtemperaturalarm?

Ein Hochtemperaturalarm dient vor allem dazu, ungewöhnlich hohe Oberflächentemperaturen schnell zu erkennen.

Elektrische Inspektionen: Unterstützt die Erkennung ungewöhnlicher Erwärmung an Anschlüssen, Schaltern, Sammelschienen und anderen elektrischen Komponenten.
Prüfung mechanischer Anlagen: Hilft bei der schnellen Kontrolle von Lagern, Motorgehäusen und anderen Komponenten auf übermäßige Erwärmung.
HVAC-Inspektion: Ermöglicht die Beurteilung, ob Rohrleitungen, Luftauslässe oder Anlagenoberflächen festgelegte Temperaturgrenzen überschreiten.
Produktionskontrolle: Unterstützt die schnelle Prüfung von Oberflächen mit definierten Prozessanforderungen.
Wartungsrundgänge: Verringert bei vielen Messpunkten den Aufwand für das manuelle Ablesen und Vergleichen einzelner Messwerte.

Soll beispielsweise ein bestimmtes Bauteil im Normalbetrieb unter 70°C bleiben, kann der Hochtemperaturalarm entsprechend eingestellt werden. Bei Überschreitung erhält der Anwender sofort einen Hinweis für eine weiterführende Prüfung.


Wozu dient ein Niedrigtemperaturalarm?

Ein Niedrigtemperaturalarm wird verwendet, um Temperaturen unterhalb eines erwarteten Bereichs zu erkennen.

● Kontrolle, ob Oberflächen in Kälte- und Kühlsystemen die erforderliche Temperatur erreichen;
● Erkennung ungewöhnlicher Bedingungen in Kühlräumen oder gekühlten Anlagen;
● Prüfung, ob Heizgeräte ihre vorgesehene Betriebstemperatur erreichen;
● Kontrolle von Anwendungen mit festgelegter Mindesttemperatur.

Soll beispielsweise die Oberfläche einer Heizeinrichtung im Normalbetrieb über 60°C liegen, kann ein Niedrigtemperaturalarm auf eine unzureichende Erwärmung oder einen möglichen Betriebsfehler hinweisen.


Wozu dient ein kombinierter Hoch-/Niedrigtemperaturalarm?

Einige Infrarot-Thermometer ermöglichen die gleichzeitige Festlegung eines oberen und eines unteren Grenzwerts. Dadurch entsteht ein definierter zulässiger Temperaturbereich.

Beispiel:

● Unterer Alarmgrenzwert: 20°C;
● Oberer Alarmgrenzwert: 80°C;
● 20°C bis 80°C: zulässiger Bereich;
● Unter 20°C: Niedrigtemperaturalarm;
● Über 80°C: Hochtemperaturalarm.

Diese Funktion ist besonders geeignet, wenn nicht nur ein einzelner Grenzwert, sondern die Einhaltung eines gesamten Temperaturfensters beurteilt werden soll.


Wie zeigt ein Infrarot-Thermometer einen Alarm an?

Die Art der Warnmeldung ist modellabhängig. Häufig kommen folgende Methoden zum Einsatz:

Akustischer Alarm: Ein Signalton ertönt beim Erreichen der Alarmbedingung.
Kontrollleuchte: Eine LED signalisiert den aktuellen Temperaturstatus.
Farbwechsel der Displaybeleuchtung: Unterschiedliche Farben kennzeichnen Normal-, Hoch- oder Niedrigtemperaturzustände.
Displayanzeige: Hinweise wie HI, LOW oder entsprechende Warnsymbole erscheinen auf dem Bildschirm.

In lauten industriellen Umgebungen können optische Warnungen besonders hilfreich sein. Akustische Signale sind dagegen praktisch, wenn der Anwender während der Messung nicht permanent auf das Display sehen möchte.


Verbessert die Alarmfunktion die Messgenauigkeit?

Nein.

Die Alarmfunktion vergleicht lediglich den aktuellen Messwert mit dem eingestellten Grenzwert. Sie verändert weder die Messgenauigkeit noch die grundlegenden messtechnischen Eigenschaften des Infrarot-Thermometers.

Sind die Messbedingungen ungeeignet, beispielsweise aufgrund eines falsch eingestellten Emissionsgrads, eines zu großen Messabstands, eines zu kleinen Messobjekts oder einer stark reflektierenden Oberfläche, kann bereits der Temperaturmesswert fehlerhaft sein. Dadurch kann auch die darauf basierende Alarmbewertung unzuverlässig werden.

Die Alarmfunktion ist daher als Hilfsmittel zur schnellen Bewertung eines Messwerts zu verstehen und nicht als Funktion zur Korrektur von Messfehlern.


Wie sollten Alarmgrenzen eingestellt werden?

Alarmgrenzen sollten sich an den tatsächlichen Betriebsbedingungen, den Vorgaben des Anlagenherstellers oder den Anforderungen des jeweiligen Prozesses orientieren.

Zu berücksichtigen sind insbesondere:

● Normaler Betriebstemperaturbereich;
● Zulässige Höchst- oder Mindesttemperatur;
● Vom Hersteller definierte Temperaturgrenzen;
● Prozessanforderungen;
● Historische Referenzwerte aus dem Normalbetrieb;
● Messunsicherheit und geeignete Sicherheitsreserve.

Liegt der Alarmgrenzwert zu nah am normalen Betriebsbereich, können häufige Fehl- oder unnötige Alarme auftreten. Ist der Grenzwert zu weit gefasst, werden relevante Abweichungen möglicherweise zu spät erkannt.


Ist der Alarmgrenzwert mit dem Messbereich identisch?

Nein.

Der Messbereich gibt an, innerhalb welcher Temperaturspanne das Infrarot-Thermometer messen kann, beispielsweise -50°C bis 550°C.

Der Alarmgrenzwert ist dagegen ein vom Anwender festgelegter Wert innerhalb des unterstützten Einstellbereichs, beispielsweise ein Hochtemperaturalarm bei 100°C.

Dass ein Gerät bis 550°C messen kann, bedeutet daher nicht, dass 550°C als Alarmgrenze sinnvoll ist. Die Alarmgrenze muss entsprechend der jeweiligen Anlage oder Prozessanforderung gewählt werden.


Was ist bei der Verwendung der Alarmfunktion zu beachten?

Die Zuverlässigkeit der Alarmfunktion setzt eine korrekte Temperaturmessung voraus. Deshalb sind weiterhin folgende Punkte wichtig:

Emissionsgrad korrekt einstellen: Unterschiedliche Materialien besitzen unterschiedliche Emissionsgrade. Eine falsche Einstellung beeinflusst das Messergebnis.
Messabstand beachten: Der Abstand muss zum D:S-Verhältnis des Geräts passen, sodass das Messobjekt den Messfleck vollständig abdeckt.
Reflektierende Metalloberflächen beachten: Glänzende Metalle besitzen häufig einen niedrigen Emissionsgrad und reflektieren Infrarotstrahlung aus der Umgebung.
Nicht durch normales Glas messen: In der Regel erfasst das Infrarot-Thermometer die Oberflächentemperatur des Glases und nicht die Temperatur des dahinterliegenden Objekts.
Möglichst stabile Messbedingungen sicherstellen: Schnelle Umgebungstemperaturänderungen, Dampf, Staub, Rauch oder eine verschmutzte Optik können das Messergebnis beeinflussen.
Alarmeinstellungen kontrollieren: Vor der Messung sollten die Grenzwerte überprüft werden, insbesondere wenn das Gerät zuvor in einer anderen Anwendung eingesetzt wurde.


Eignet sich die Alarmfunktion für eine kontinuierliche Temperaturüberwachung?

Die Alarmfunktion eines handgeführten Infrarot-Thermometers ist in erster Linie für punktuelle Prüfungen, Inspektionsrundgänge und die schnelle Erkennung thermischer Auffälligkeiten vorgesehen.

Ein Handgerät bewertet die Alarmbedingung nur während einer aktiven Messung. Für eine kontinuierliche 24-Stunden-Überwachung, automatische Datenaufzeichnung oder Fernalarmierung werden in der Regel stationäre Infrarot-Temperatursensoren oder entsprechende Temperaturüberwachungssysteme benötigt.


Wann ist die Alarmfunktion besonders hilfreich?

Besonders nützlich ist sie bei Anwendungen mit vielen Messstellen oder wenn schnell beurteilt werden muss, ob eine Temperatur einen definierten Grenzwert überschreitet.

● Elektrische Schaltschränke und Verteilanlagen;
● Motoren, Lager und mechanische Anlagen;
● Wartung von HVAC-Systemen;
● Kühlräume und Kälteanlagen;
● Heizgeräte;
● Industrielle Produktionslinien;
● Gebäude- und Anlagenwartung;
● Serienprüfungen mit schneller Gut-/Schlecht-Bewertung.

In solchen Anwendungen steht häufig die Frage im Vordergrund, ob eine Temperatur auffällig ist. Die Alarmfunktion kann dadurch die Effizienz von Inspektionsarbeiten erhöhen.


FAQ

Bedeutet ein Alarm automatisch, dass das Gerät oder die Anlage defekt ist?
Nein. Der Alarm zeigt lediglich an, dass der gemessene Wert den eingestellten Grenzwert erreicht oder überschritten hat. Die Einstellung, die Messmethode und der tatsächliche Betriebszustand müssen zusätzlich geprüft werden.

Können Hoch- und Niedrigtemperaturalarm gleichzeitig verwendet werden?
Bei einigen Modellen ja. Dadurch lässt sich ein zulässiger Temperaturbereich zwischen einem unteren und einem oberen Grenzwert definieren.

Kann der Alarmgrenzwert beliebig eingestellt werden?
Er ist üblicherweise innerhalb des vom Gerät unterstützten Bereichs einstellbar, sollte jedoch anhand technischer Anforderungen und realer Betriebsbedingungen festgelegt werden.

Warum alarmiert das Gerät, obwohl die Temperatur normal erscheint?
Prüfen Sie die eingestellten Grenzwerte sowie Emissionsgrad, Messabstand, Messobjekt und gewählten Alarmmodus.

Beeinflusst das Deaktivieren des Alarms die Temperaturmessung?
Normalerweise nicht. Die Alarmfunktion dient nur der Grenzwertbewertung. Die Temperaturmessung kann unabhängig davon weiter erfolgen.

Sind Lasermarkierung und Temperaturalarm dieselbe Funktion?
Nein. Der Laser unterstützt die Ausrichtung auf den Messbereich, während der Temperaturalarm den Messwert mit den eingestellten Grenzwerten vergleicht.

Kann die Alarmfunktion ein professionelles Temperaturüberwachungssystem ersetzen?
In der Regel nicht. Handgeführte Geräte eignen sich vor allem für punktuelle Prüfungen. Für kontinuierliche Überwachung und Fernalarmierung sind spezielle Systeme erforderlich.


Fazit

Die Alarmfunktion eines Infrarot-Thermometers hilft dabei, schnell zu erkennen, ob eine gemessene Oberflächentemperatur festgelegte obere oder untere Grenzwerte überschreitet. Bei industriellen Inspektionen, Wartungsarbeiten, HVAC-Anwendungen, Kälteanlagen und Produktionskontrollen reduziert sie den Aufwand für den manuellen Vergleich einzelner Messwerte.

Sie verbessert jedoch nicht die Messgenauigkeit. Eine zuverlässige Alarmbewertung setzt weiterhin einen korrekt eingestellten Emissionsgrad, einen geeigneten Messabstand, eine ausreichende Zielgröße und passende Umgebungsbedingungen voraus.

In der Praxis sollte daher zunächst eine korrekte Infrarot-Temperaturmessung sichergestellt werden. Anschließend können die Alarmgrenzen entsprechend dem normalen Betriebsbereich der jeweiligen Anlage oder des Prozesses festgelegt werden.

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