Einleitung
Ein digitales Luxmeter ist ein häufig eingesetztes Messgerät zur Bestimmung der Beleuchtungsstärke auf Arbeitsflächen oder an definierten Messpunkten. Typische Einsatzbereiche sind Büros, Schulen, Krankenhäuser, Produktionshallen, Lager, Verkaufsflächen, LED-Beleuchtung, Labore und lichttechnische Prüfungen.
Obwohl die Beleuchtungsstärkemessung die zentrale Aufgabe jedes Luxmeters ist, unterscheiden sich die Geräte teilweise deutlich in ihrer Funktionsausstattung. Einfache Modelle konzentrieren sich auf die direkte Messwertanzeige. Geräte für technische Prüfungen, Qualitätssicherung oder Laboranwendungen verfügen häufig zusätzlich über MAX/MIN, Data Hold, manuelle Bereichswahl, Messwertspeicherung oder eine PC-Schnittstelle.
Mehr Funktionen bedeuten jedoch nicht automatisch, dass ein Luxmeter für jede Anwendung besser geeignet ist. Entscheidend ist, ob die vorhandenen Funktionen zum tatsächlichen Messablauf passen.
Das Wichtigste im Überblick
Nach diesem Artikel wissen Sie:
● Welche Grundfunktionen digitale Luxmeter typischerweise bieten
● Worin sich Data Hold, MAX/MIN und Peak Hold unterscheiden
● Wann automatische oder manuelle Bereichswahl sinnvoll ist
● Welche Aufgaben Messwertspeicher, Datenlogging und PC-Kommunikation erfüllen
● Welche Funktionen bei unterschiedlichen Anwendungen besonders relevant sind
● Warum die Anzahl der Funktionen allein kein geeignetes Auswahlkriterium ist
Welchen Zweck erfüllen die Zusatzfunktionen eines digitalen Luxmeters?
Die Hauptaufgabe eines digitalen Luxmeters besteht darin, die Beleuchtungsstärke zu erfassen und den Messwert beispielsweise in Lux (lx) anzuzeigen. Darüber hinaus integrieren Hersteller verschiedene Zusatzfunktionen, um Messabläufe zu vereinfachen, Messwerte komfortabler auszulesen und Daten effizienter zu verwalten.
Die Funktionen lassen sich grob in drei Gruppen einteilen:
● Messfunktionen: Echtzeitmessung, Bereichswahl, Lux/fc-Umschaltung, Relativmessung
● Datenfunktionen: Data Hold, MAX/MIN, Messwertspeicher, automatische Datenaufzeichnung
● Bedienfunktionen: Displaybeleuchtung, automatische Abschaltung, Batteriestandsanzeige und PC-Kommunikation
Welche Kombination tatsächlich vorhanden ist, hängt vom jeweiligen Gerät ab.
Welche Funktionen sind bei digitalen Luxmetern üblich?
Echtzeitmessung der Beleuchtungsstärke
Dies ist die grundlegende Funktion eines Luxmeters. Der Lichtsensor erfasst das am Messpunkt einfallende Licht. Nach der photoelektrischen Umwandlung und Signalverarbeitung wird die Beleuchtungsstärke direkt auf dem Display angezeigt.
Übliche Einheiten sind:
● Lux (lx)
● Foot-candle (fc)
Die Echtzeitmessung eignet sich unter anderem für Büros, Klassenräume, Produktionsbereiche, Lager, Verkaufsflächen sowie zahlreiche weitere Innen- und Außenbereiche.
Umschaltung zwischen Lux und Foot-candle
Lux ist die international gebräuchliche SI-Einheit der Beleuchtungsstärke. Foot-candle wird weiterhin in einigen Märkten und Anwendungen mit imperialen Maßeinheiten verwendet.
Ein Gerät mit Lux/fc-Umschaltung ermöglicht den direkten Wechsel zwischen beiden Einheiten, ohne dass eine separate Umrechnung erforderlich ist.
Automatische Bereichswahl (Auto Range)
Die Beleuchtungsstärke kann je nach Umgebung über einen sehr großen Wertebereich variieren.
Bei Auto Range wählt das Gerät automatisch einen geeigneten Messbereich.
Vorteile sind:
● Weniger manuelle Bereichswechsel
● Schnellere Vor-Ort-Messungen
● Geringeres Risiko einer ungeeigneten Bereichswahl
● Komfortabler Wechsel zwischen unterschiedlich hellen Messorten
Manuelle Bereichswahl (Manual Range)
Einige Luxmeter ermöglichen zusätzlich die manuelle Festlegung des Messbereichs.
Dies kann sinnvoll sein, wenn die Messbedingungen relativ konstant sind oder Messwertänderungen innerhalb eines festgelegten Bereichs beobachtet werden sollen.
Eine manuelle Bereichswahl ist nicht grundsätzlich genauer als Auto Range. Der Unterschied liegt vor allem in der Art der Bereichssteuerung.
Data Hold
Mit Data Hold wird der aktuell angezeigte Messwert auf dem Display festgehalten. Dadurch kann der Wert auch dann noch abgelesen werden, wenn der Sensor bereits vom Messpunkt entfernt wurde.
Typische Anwendungen sind:
● Messstellen, an denen Sensor und Display nicht gleichzeitig sichtbar sind
● Messungen an erhöhten oder schwer zugänglichen Stellen
● Nachträgliches Dokumentieren eines Messwerts
● Mehrpunktmessungen vor Ort
Data Hold ist keine dauerhafte Messwertspeicherung.
MAX/MIN-Aufzeichnung
Mit MAX/MIN lassen sich der höchste und der niedrigste Messwert innerhalb eines Messzeitraums erfassen.
Je nach Gerät können angezeigt werden:
● Maximalwert
● Minimalwert
● Aktueller Messwert
Die Funktion eignet sich zur Beobachtung zeitlicher Lichtschwankungen oder von Veränderungen an einem Messpunkt.
Bei der Bewertung der Beleuchtungsgleichmäßigkeit sollten Maximal-, Minimal- und Mittelwerte stets zusammen mit dem Messraster und der jeweiligen Bewertungsmethode betrachtet werden.
Peak Hold
Peak Hold unterscheidet sich von Data Hold.
Während Data Hold den Messwert beim Betätigen der Taste festhält, dient Peak Hold typischerweise zur Erfassung eines kurzzeitig auftretenden hohen Messwerts.
Die tatsächliche Fähigkeit zur Spitzenerfassung hängt jedoch von Ansprechzeit und Abtastverfahren des Geräts ab.
Für eine professionelle Analyse von LED-Flimmern, Flimmerfrequenz oder zeitlicher Lichtmodulation ersetzt Peak Hold eines gewöhnlichen Luxmeters kein dafür vorgesehenes Spezialmessgerät.
Relativmessung
Bei Luxmetern mit REL-Funktion kann ein aktueller Messwert als Referenz festgelegt werden. Anschließend zeigt das Gerät die Differenz zwischen neuen Messwerten und diesem Referenzwert an.
Geeignet ist dies beispielsweise für:
● Vergleiche zwischen verschiedenen Messpunkten
● Vergleich verschiedener Leuchten
● Beobachtung von Veränderungen einer Lichtquelle
● Vergleichsmessungen im Labor
Messwertspeicher
Einige Luxmeter können Messwerte intern speichern, sodass mehrere Messpunkte erfasst und später ausgewertet werden können.
Je nach Modell können unter anderem gespeichert werden:
● Beleuchtungsstärke
● Messdatensatznummer
● Datum und Uhrzeit
● MAX/MIN-Werte
Kapazität und Umfang der gespeicherten Daten sind modellabhängig.
Automatische Datenaufzeichnung (Data Logging)
Data Logging ist von der einfachen Speicherung einzelner Messwerte zu unterscheiden.
Professionelle Geräte können Messwerte in festgelegten Zeitintervallen automatisch erfassen und speichern. Dadurch entsteht ein kontinuierlicher Messverlauf.
Typische Anwendungen sind:
● Langzeitüberwachung der Beleuchtungsstärke
● Tageslichtuntersuchungen
● Lichttechnische Gebäudeanalysen
● Kontinuierliche Labormessungen
● Überwachung von Beleuchtungsanlagen
USB- oder andere Datenschnittstellen
Einige professionelle Luxmeter können über USB oder eine andere Schnittstelle mit einem Computer verbunden werden.
Je nach Gerät und Software sind beispielsweise folgende Funktionen möglich:
● Anzeige aktueller Messwerte
● Export von Messdaten
● Darstellung von Beleuchtungsstärkeverläufen
● Speicherung von Prüfergebnissen
● Weiterführende Datenanalyse
Die konkrete Funktionalität hängt von Gerät, Schnittstelle und Software ab.
Displaybeleuchtung
In Kellern, Lagern, bei Nachtmessungen und in anderen dunklen Umgebungen verbessert eine Hintergrundbeleuchtung die Ablesbarkeit des Displays.
Da sie zusätzliche Energie benötigt, schalten viele Geräte die Beleuchtung nach einer bestimmten Zeit automatisch aus.
Automatische Abschaltung
Bei längerer Inaktivität schaltet sich das Gerät automatisch aus und reduziert dadurch den Batterieverbrauch.
Bei Messungen mit längerer kontinuierlicher Aufzeichnung kann diese Funktion bei manchen Geräten deaktiviert werden.
Batteriestandsanzeige
Ein entsprechendes Symbol weist auf einen niedrigen Batteriestand hin.
Dies hilft, folgende Situationen zu vermeiden:
● Unerwartetes Abschalten während der Messung
● Unterbrechung einer Langzeitaufzeichnung
● Abbruch einer Vor-Ort-Prüfung
Wenn der Hersteller Einschränkungen bei niedrigem Batteriestand angibt, sollte die Batterie entsprechend der Bedienungsanleitung gewechselt oder geladen werden.
Welche Funktionen sind für unterschiedliche Anwendungen besonders relevant?
| Anwendung | Besonders relevante Funktionen |
|---|---|
| Bürobeleuchtung | Echtzeitmessung, Auto Range, Data Hold |
| Schulen und öffentliche Gebäude | Auto Range, MAX/MIN, Data Hold |
| Technische Prüfungen | MAX/MIN, Messwertspeicher, Data Logging |
| Industrie und Instandhaltung | Auto Range, Data Hold, MAX/MIN |
| LED- und Leuchtenprüfung | Manual Range, Relativmessung, Datenaufzeichnung |
| Labor | Relativmessung, Data Logging, Datenschnittstelle |
| Langzeitüberwachung | Data Logging, Zeitstempel, PC-Kommunikation |
Zusätzlich sind Messbereich, Genauigkeit, Auflösung, Sensorverhalten und das eingesetzte Messverfahren zu berücksichtigen.
Sind mehr Funktionen automatisch besser?
Nein.
Für allgemeine Beleuchtungsprüfungen in Büros, Wohnbereichen oder bei Vor-Ort-Kontrollen reichen eine zuverlässige Beleuchtungsstärkemessung, Auto Range und Data Hold häufig aus.
Bei technischen Prüfungen, lichttechnischen Bewertungen oder umfangreicher Messwertdokumentation können MAX/MIN, Messwertspeicher und Data Logging die Arbeitsabläufe deutlich verbessern.
Für Laboranwendungen, optische Entwicklung und Langzeitbeobachtungen sind zusätzlich Relativmessung, automatische Datenaufzeichnung und PC-Kommunikation sinnvoll.
Vor der Bewertung der Zusatzfunktionen sollten jedoch zuerst Messbereich, Genauigkeit, Auflösung, spektrale Anpassung und Kosinuskorrektur geprüft werden. Die Anzahl der Funktionen ist kein Maß für die messtechnische Qualität eines Luxmeters.
FAQ
Welche Funktionen werden bei digitalen Luxmetern am häufigsten verwendet?
Typisch sind Echtzeitmessung, Lux/fc-Umschaltung, Auto Range, Data Hold, MAX/MIN, Displaybeleuchtung und automatische Abschaltung. Professionelle Geräte können zusätzlich Messwertspeicher, Data Logging und PC-Kommunikation bieten.
Was ist der Unterschied zwischen Data Hold und MAX/MIN?
Data Hold hält einen aktuellen Wert fest. MAX/MIN erfasst dagegen den höchsten und niedrigsten Messwert innerhalb eines Messzeitraums.
Ist Auto Range oder Manual Range besser?
Für allgemeine Vor-Ort-Messungen ist Auto Range meist komfortabler. Manual Range ist sinnvoll, wenn ein Messbereich gezielt festgelegt werden soll.
Sind Messwertspeicher und Data Logging dasselbe?
Nein. Ein Messwertspeicher speichert einzelne oder mehrere Ergebnisse. Data Logging zeichnet Daten in der Regel automatisch in festgelegten Zeitintervallen auf.
Ist eine USB-Schnittstelle für jeden Anwender notwendig?
Nein. Sie ist vor allem dann sinnvoll, wenn Messdaten exportiert, längerfristig aufgezeichnet oder am Computer ausgewertet werden sollen.
Kann Peak Hold zur LED-Flimmermessung verwendet werden?
Peak Hold kann bestimmte kurzfristige Spitzen erfassen, ersetzt jedoch keine professionelle Flimmermessung mit einem dafür vorgesehenen Messgerät.
Ist ein Luxmeter mit mehr Funktionen genauer?
Nein. Die Anzahl der Funktionen betrifft vor allem Bedienung und Datenmanagement. Die Messqualität hängt unter anderem von Genauigkeit, Sensor, spektraler Anpassung, Kosinuskorrektur, Kalibrierzustand und Messmethode ab.
Welche Kriterien sollten bei der Auswahl zuerst geprüft werden?
Zuerst sollten Messbereich, Genauigkeit, Auflösung und sensorbezogene Eigenschaften geprüft werden. Zusatzfunktionen werden anschließend entsprechend dem tatsächlichen Messablauf ausgewählt.
Fazit
Die zentrale Aufgabe eines digitalen Luxmeters ist die Messung der Beleuchtungsstärke. Funktionen wie Auto Range, Data Hold, MAX/MIN, Relativmessung, Messwertspeicher, Data Logging und PC-Kommunikation können jedoch die Bedienung und Datenverwaltung erheblich erleichtern.
Welche Funktionen erforderlich sind, hängt von der jeweiligen Anwendung ab. Bei allgemeinen Beleuchtungsprüfungen stehen schnelle und einfache Messungen im Vordergrund. Technische Prüfungen profitieren stärker von Speicher- und Aufzeichnungsfunktionen, während Labor- und Langzeitmessungen häufig eine kontinuierliche Datenerfassung erfordern.
Die Auswahl sollte daher nicht allein anhand der Funktionsanzahl erfolgen. Entscheidend sind zunächst die messtechnischen Eigenschaften und anschließend die Funktionen, die den jeweiligen Arbeitsablauf tatsächlich unterstützen.













