Einleitung
Die Beleuchtung in Büros, Schulen, Krankenhäusern, Produktionshallen, Lagern und gewerblichen Gebäuden beeinflusst Sehkomfort, Arbeitsleistung und Sicherheit. Ob ein Bereich ausreichend beleuchtet ist, lässt sich mit dem Auge allein nur unzureichend beurteilen. Deshalb wird die tatsächliche Beleuchtungsstärke mit einem Luxmeter gemessen.
Ein Luxmeter erfasst die Beleuchtungsstärke, die sichtbares Licht auf einer bestimmten Fläche erzeugt. Typische Lichtquellen wie LEDs, Leuchtstofflampen, Glühlampen, Halogenlampen, industrielle Beleuchtungssysteme und Tageslicht können in der Regel mit einem digitalen Luxmeter gemessen werden.
Da sich Lichtquellen hinsichtlich Spektrum, Installation und Betriebsbedingungen unterscheiden, können sowohl die Messmethode als auch die Eigenschaften des Messgeräts das Ergebnis beeinflussen.
Das Wichtigste auf einen Blick
● Ein Luxmeter misst die Beleuchtungsstärke und nicht die Helligkeit einer Lampe als solche;
● LED-, Leuchtstoff-, Glüh- und Halogenlampen lassen sich üblicherweise messen;
● Auch Sonnenlicht, bedeckter Himmel und natürliches Licht in Innenräumen können gemessen werden;
● Standard-Luxmeter sind nicht für professionelle UV- oder Infrarotmessungen ausgelegt;
● Sensorposition, Abschattung, Stabilisierung der Lichtquelle und Anzahl der Messpunkte beeinflussen das Ergebnis;
● Typische Anwendungen sind Büros, Schulen, Produktionsstätten, Krankenhäuser, Lager und Verkaufsflächen.
Was misst ein Luxmeter?
Ein Luxmeter misst die Beleuchtungsstärke. Sie beschreibt, wie viel Lichtstrom pro Flächeneinheit auf eine Oberfläche trifft. Die Einheit ist Lux (lx).
Praktisch betrachtet gibt die Beleuchtungsstärke an, wie viel sichtbares Licht an einem bestimmten Messpunkt tatsächlich ankommt.
Beispiele:
● Beleuchtungsstärke auf einem Schreibtisch;
● Beleuchtung eines Arbeitsplatzes an einer Produktionslinie;
● Beleuchtungsstärke auf Schülertischen;
● Beleuchtung von Lagergängen und Regalen;
● Beleuchtung von Warenpräsentationsflächen.
Ein Luxmeter misst daher nicht unmittelbar, wie „hell“ eine Leuchte selbst ist. Entscheidend ist die Lichtmenge, die den jeweiligen Messpunkt erreicht.
Daher kann dieselbe Leuchte je nach Abstand, Winkel und Messposition deutlich unterschiedliche Luxwerte erzeugen.
Welche Lichtquellen kann ein Luxmeter messen?
Digitale Luxmeter sind in erster Linie für die Messung der Beleuchtungsstärke sichtbaren Lichts ausgelegt und können für zahlreiche künstliche und natürliche Lichtquellen verwendet werden.
LED-Beleuchtung
LEDs gehören heute zu den am häufigsten eingesetzten Lichtquellen in Büros, gewerblichen Gebäuden, Industrieanlagen und öffentlichen Bereichen.
Typische Anwendungen sind:
● LED-Panelleuchten;
● LED-Downlights;
● LED-Strahler;
● LED-Hallenleuchten;
● LED-Straßenleuchten;
● LED-Bürobeleuchtung;
● LED-Präsentationsbeleuchtung.
Mit einem Luxmeter lässt sich prüfen, ob die gewünschte Beleuchtungsstärke erreicht wird, wie gleichmäßig das Licht verteilt ist und wie sich eine Installation oder ein Leuchtentausch auswirkt.
Da unterschiedliche LEDs verschiedene spektrale Verteilungen aufweisen können, sollte bei höheren Genauigkeitsanforderungen auf die spektrale Anpassung des Luxmeters geachtet werden.
Leuchtstofflampen
Leuchtstofflampen werden beziehungsweise wurden häufig in Büros, Schulen, Laboren, Produktionsstätten und gewerblichen Gebäuden eingesetzt.
Ein Luxmeter kann verwendet werden, um:
● Die tatsächliche Beleuchtungsstärke zu prüfen;
● Lichtverlust durch Alterung zu erkennen;
● Beleuchtungszustände vor und nach einem Leuchtentausch zu vergleichen;
● Die Beleuchtungsstärke am Arbeitsplatz zu kontrollieren.
Glühlampen
Glühlampen sind klassische sichtbare Lichtquellen. Obwohl ihre Bedeutung stark zurückgegangen ist, kommen sie noch in einzelnen Wohn-, Dekorations- und Spezialanwendungen vor.
Die von einer Glühlampe erzeugte Beleuchtungsstärke kann mit einem digitalen Luxmeter gemessen werden.
Halogenlampen
Halogenlampen bieten eine gute Farbwiedergabe und werden unter anderem für Präsentations-, Bühnen-, Foto- und Spezialbeleuchtung eingesetzt.
Messungen können helfen, folgende Punkte zu beurteilen:
● Beleuchtungsstärke auf Arbeits- oder Präsentationsflächen;
● Unterschiede zwischen einzelnen Messpositionen;
● Ausrichtung und Anordnung der Leuchten.
Hochdruck-Natriumdampflampen und Halogen-Metalldampflampen
Diese Entladungslampen sind in verschiedenen industriellen und Außenanwendungen weiterhin anzutreffen.
Typische Bereiche:
● Produktionshallen;
● Große Lager;
● Straßen und Außenanlagen;
● Sportstätten;
● Industrieareale.
Ein Luxmeter kann die Beleuchtungsstärke auf Bodenflächen, Arbeitsebenen oder anderen definierten Messflächen bestimmen.
Tageslicht
Ein Luxmeter eignet sich auch für natürliche Lichtquellen.
Dazu gehören:
● Direktes Sonnenlicht;
● Tageslicht bei bewölktem Himmel;
● Durch Fenster einfallendes Tageslicht;
● Natürlich beleuchtete Innenbereiche.
Tageslichtmessungen werden beispielsweise für die Bewertung der natürlichen Gebäudebelichtung, von Büroarbeitsplätzen, Innenräumen und energieeffizienten Beleuchtungskonzepten eingesetzt.
Da Tageslicht von Uhrzeit, Wetter, Jahreszeit und Gebäudeausrichtung abhängt, sollten diese Bedingungen bei Vergleichsmessungen dokumentiert werden.
Weitere sichtbare Lichtquellen
Auch folgende sichtbare Lichtquellen können grundsätzlich gemessen werden:
● Fotoleuchten;
● Bühnenbeleuchtung;
● Vitrinenbeleuchtung;
● Beleuchtete Werbeflächen;
● Sichtbare Laborlichtquellen;
● Sichtbares Licht bestimmter Displays.
Sollen dagegen Leuchtdichte, Farbort oder andere optische Eigenschaften eines Displays bestimmt werden, reicht eine reine Luxmessung in der Regel nicht aus.
Welche Lichtarten werden nicht direkt mit einem Luxmeter gemessen?
Standard-Luxmeter orientieren sich an der menschlichen Wahrnehmung sichtbaren Lichts. Sie sind deshalb nicht für jede Form optischer Strahlung geeignet.
Infrarotstrahlung
Infrarotstrahlung liegt außerhalb des sichtbaren Spektrums. Ein normales Luxmeter ist daher kein geeignetes Messgerät für die professionelle Bestimmung der Infrarot-Bestrahlungsstärke.
Hierfür werden je nach Anwendung Infrarotradiometer oder spektrale Messsysteme eingesetzt.
Ultraviolette Strahlung
Auch UV-Strahlung ist für das menschliche Auge nicht sichtbar.
Typische Anwendungen sind:
● UV-Härtungsanlagen;
● UV-Desinfektionslampen;
● UV-Prüflichtquellen.
Dafür sind UV-Radiometer, UV-Intensitätsmessgeräte oder andere für den jeweiligen Wellenlängenbereich ausgelegte Geräte erforderlich.
Ein angezeigter Messwert bedeutet nicht automatisch, dass ein Luxmeter jede Art optischer Strahlung korrekt messen kann.
Was ist bei der Messung verschiedener Lichtquellen zu beachten?
Sensor richtig positionieren
Der Sensor sollte sich an der tatsächlich zu bewertenden Messposition befinden und entsprechend der einfallenden Lichtrichtung ausgerichtet werden.
Eine veränderte Position oder Neigung kann den Messwert beeinflussen.
Abschattung und Reflexionen vermeiden
Körper, Hände oder Gegenstände dürfen das einfallende Licht nicht abschatten. Auch starke Veränderungen der Reflexionsbedingungen in unmittelbarer Umgebung können das Ergebnis beeinflussen.
Lichtquelle stabilisieren lassen
Einige Lichtquellen erreichen ihre stabile Lichtleistung nicht unmittelbar nach dem Einschalten. Dazu gehören bestimmte Leuchtstoff- und Entladungslampen.
Messwerte sollten erst nach Erreichen des normalen Betriebszustands dokumentiert werden.
Mehrere Messpunkte verwenden
Ein einzelner Messwert ist für große Büros, Produktionshallen, Lager oder Unterrichtsräume meist nicht repräsentativ.
Sinnvoll sind:
● Mehrere Einzelmessungen;
● Bestimmung der mittleren Beleuchtungsstärke;
● Vergleich unterschiedlicher Bereiche.
Messbedingungen konstant halten
Bei Wiederholungs- oder Vergleichsmessungen sollten Sensorposition, Ausrichtung, Betriebszustand der Beleuchtung und relevante Umgebungsbedingungen möglichst gleich bleiben.
Wo wird die Beleuchtungsstärke gemessen?
● Büros: Schreibtische, Besprechungsräume, Empfangsbereiche und Flure;
● Schulen und Bildungseinrichtungen: Klassenräume, Labore, Bibliotheken und Schulungsräume;
● Produktion: Fertigungslinien, Montageplätze, Bearbeitungs- und Prüfbereiche;
● Lager: Regale, Kommissionierung, Verpackung, Verladung und Gänge;
● Gesundheitseinrichtungen: Untersuchungsräume, Patientenzimmer, Apotheken und medizinische Arbeitsbereiche;
● Einzelhandel: Verkaufsflächen, Regale, Kassenbereiche und Verkehrsflächen;
● Hotels und Gastronomie: Lobbys, Gästezimmer, Restaurants und öffentliche Bereiche;
● Gebäude- und Beleuchtungsprojekte: Inbetriebnahme, Abnahmemessungen, Umbauvergleiche und Energieanalysen;
● Labore und Forschung: Arbeitsplätze und Prüfbereiche mit definierten Sehbedingungen;
● Außen- und öffentliche Beleuchtung: Straßen, Parkflächen, Plätze und weitere Außenbereiche.
Die erforderliche Beleuchtungsstärke hängt vom jeweiligen Anwendungsfall, der Sehaufgabe sowie den im Zielmarkt geltenden Normen und Vorschriften ab.
Worauf sollte man bei der Auswahl eines Luxmeters achten?
Wichtige Auswahlkriterien sind:
● Messbereich;
● Genauigkeit;
● Spektrale Anpassung;
● Kosinuskorrektur;
● Eignung für moderne LED-Lichtquellen;
● Datenhalte-, Min-/Max- oder Datenlogger-Funktionen;
● Kalibrierfähigkeit und Kalibrierzustand.
Für allgemeine Beleuchtungsprüfungen reicht meist ein digitales Luxmeter mit geeignetem Messbereich und ausreichender Genauigkeit aus. Für professionelle Lichttechnik oder Laboranwendungen sind optische Eigenschaften und Kalibrierung besonders wichtig.
FAQ
Kann ein Luxmeter LED-Licht messen?
Ja. LED-Beleuchtung gehört zu den häufigsten Anwendungen. Bei hohen Genauigkeitsanforderungen sollte die spektrale Anpassung des Luxmeters berücksichtigt werden.
Kann ein Luxmeter Sonnenlicht messen?
Ja. Solange der Messwert innerhalb des Messbereichs liegt, kann ein Luxmeter Sonnen- und Tageslicht messen.
Können LEDs unterschiedlicher Farben gemessen werden?
Sichtbare LED-Lichtquellen können grundsätzlich gemessen werden. Unterschiedliche Spektren können jedoch die Messgenauigkeit beeinflussen.
Kann ein Luxmeter UV-Lampen messen?
Ein Standard-Luxmeter ist nicht für professionelle UV-Messungen ausgelegt. Dafür sind geeignete UV-Radiometer erforderlich.
Kann ein Luxmeter Infrarotlicht messen?
Nein, nicht als fachgerechte Infrarotmessung. Luxmeter sind für sichtbares Licht konzipiert.
Warum unterscheiden sich die Messwerte derselben Lampe je nach Position?
Abstand, Einfallswinkel, Lichtverteilung, Reflexionen und Abschattungen beeinflussen die Beleuchtungsstärke.
Benötigt man für verschiedene Lichtquellen unterschiedliche Luxmeter?
Für übliche LED-, Leuchtstoff-, Glühlicht- und Tageslichtmessungen reicht normalerweise ein geeignetes Luxmeter aus. Spezielle Spektralbereiche oder höhere Genauigkeitsanforderungen können andere Geräte erforderlich machen.
Zusammenfassung
Ein Luxmeter misst die Beleuchtungsstärke sichtbaren Lichts auf einer definierten Fläche. LED-, Leuchtstoff-, Glüh- und Halogenlampen, verschiedene Entladungslampen sowie Tageslicht können grundsätzlich mit einem digitalen Luxmeter gemessen werden.
Für UV- und Infrarotstrahlung sind dagegen speziell dafür ausgelegte Messgeräte erforderlich.
Eine korrekte Sensorposition, stabile Betriebsbedingungen, geeignete Messpunkte und ein passendes Messgerät sind entscheidend für zuverlässige Ergebnisse bei Lichtplanung, Inbetriebnahme, Umgebungsbewertung und Wartung.













