Einleitung
Ein Infrarot-Thermometer misst die Temperatur berührungslos, indem es die von einer Oberfläche ausgesandte Infrarotstrahlung erfasst. Das optische System sammelt diese Strahlung und leitet sie zum Infrarotsensor weiter, wo das Signal in einen Temperaturwert umgerechnet wird.
Die Linse beziehungsweise das Infrarotfenster an der Vorderseite des Geräts ist daher ein wesentlicher Bestandteil des Messpfads. Mit der Zeit können sich Staub, Öl, Wasserflecken, Fingerabdrücke oder andere Verunreinigungen darauf ablagern.
Stärkere Verschmutzungen können die zum Sensor gelangende Infrarotenergie reduzieren und dadurch Ansprechverhalten, Messstabilität und Messergebnis beeinflussen. Eine sachgemäße Reinigung trägt dazu bei, die Messleistung zu erhalten und Beschädigungen empfindlicher optischer Oberflächen zu vermeiden.
Das Wichtigste auf einen Blick
● Linse beziehungsweise Infrarotfenster sollten sauber gehalten werden, da Verschmutzungen die Infrarotübertragung beeinträchtigen können.
● Vor der Reinigung das Gerät ausschalten und lose Partikel zunächst entfernen.
● Geeignet sind Blasebalg, weicher Optikpinsel, fusselfreies Tuch oder speziell für optische Flächen vorgesehene Reinigungsmittel.
● Keine rauen Papiertücher, harten Bürsten oder scharfen Gegenstände verwenden.
● Alkohol oder aggressive Lösungsmittel nur verwenden, wenn dies vom Hersteller ausdrücklich freigegeben ist.
● Vor erneuter Messung muss die optische Oberfläche vollständig trocken sein.
Warum muss die Optik sauber gehalten werden?
Die Temperatur wird nicht mit dem Laserpointer gemessen. Entscheidend ist die vom Messobjekt ausgesandte Infrarotstrahlung. Das optische System erfasst die Strahlung innerhalb eines bestimmten Sichtfelds und fokussiert sie auf den Detektor.
Staub, Öl, Feuchtigkeit oder andere Ablagerungen können einen Teil dieser Strahlung absorbieren, streuen oder abschirmen.
Eine geringe Staubschicht führt nicht zwangsläufig sofort zu einem sichtbaren Messfehler. Bei zunehmender Verschmutzung können jedoch folgende Effekte auftreten:
● Langsameres Ansprechverhalten;
● Geringere Stabilität der Messwerte;
● Größere Schwankungen bei Wiederholungsmessungen;
● Abweichungen gegenüber normalen Messbedingungen;
● Stärkere Auswirkungen bei kleinen Messobjekten oder großen Messabständen.
Bei ungewöhnlichen Messwerten sollte die Sauberkeit der Optik daher grundsätzlich überprüft werden.
Welche Hilfsmittel eignen sich zur Reinigung?
Geeignet sind Materialien, die empfindliche optische Oberflächen nicht beschädigen und möglichst wenig direkten Kontakt erfordern.
● Blasebalg: Zum Entfernen von losem Staub und Partikeln; ideal als erster Reinigungsschritt.
● Weicher Optikpinsel: Für feine Partikel, die sich nicht allein durch Luft entfernen lassen.
● Fusselfreies Optik- oder Mikrofasertuch: Für Fingerabdrücke, leichte Fettspuren oder Wasserflecken.
● Optik-Reinigungspapier: Kann bei geeigneten optischen Oberflächen vorsichtig verwendet werden.
● Geeignete Optik-Reinigungsflüssigkeit: Für hartnäckige Fettverschmutzungen, sofern vom Hersteller zugelassen.
Ist nicht bekannt, aus welchem Material die Optik besteht oder ob sie beschichtet ist, sollten vor dem Einsatz chemischer Reinigungsmittel die Herstellerangaben beachtet werden.
Wie wird die Linse richtig gereinigt?
Grundsätzlich gilt: zuerst Partikel entfernen, erst danach bei Bedarf wischen.
● Gerät ausschalten. Vor der Reinigung sollte sich das Gerät bei normaler Umgebungstemperatur befinden.
● Optik kontrollieren. Unter guter Beleuchtung auf Staub, Fingerabdrücke, Öl, Wasserflecken oder andere Ablagerungen prüfen.
● Lose Partikel entfernen. Zunächst mit einem Blasebalg arbeiten, bei Bedarf zusätzlich mit einem weichen Optikpinsel.
● Leichte Verschmutzungen vorsichtig abwischen. Ein sauberes, fusselfreies Optiktuch mit geringem Druck verwenden.
● Hartnäckige Fettspuren behandeln. Sofern zulässig, eine geringe Menge geeigneter Reinigungsflüssigkeit auf das Tuch geben. Flüssigkeit nicht direkt in den optischen Bereich sprühen.
● Kontrollieren und trocknen lassen. Vor der nächsten Messung sicherstellen, dass keine Rückstände, Fasern oder Feuchtigkeit vorhanden sind.
Befinden sich Sand, Metallstaub oder andere harte Partikel auf der Oberfläche, dürfen diese nicht durch direktes Wischen über die Optik gezogen werden.
Warum sollte normales Papier nicht verwendet werden?
Haushaltspapier, Papiertaschentücher und ähnliche Produkte sind nicht speziell für Präzisionsoptik ausgelegt.
Sie können Fasern hinterlassen und bei wiederholtem Reiben feine Kratzer verursachen. Besonders problematisch ist dies, wenn harte Partikel auf der Oberfläche liegen und beim Wischen über die Optik gezogen werden.
Lose Partikel sollten deshalb immer zuerst berührungslos entfernt werden.
Darf Alkohol zur Reinigung verwendet werden?
Alkohol sollte nur verwendet werden, wenn die Verträglichkeit mit dem jeweiligen optischen Material und der Beschichtung sichergestellt ist.
Infrarot-Thermometer können unterschiedliche optische Materialien, Schutzfenster und Beschichtungen verwenden. Einige davon reagieren empfindlich auf bestimmte Lösungsmittel.
Daher gilt:
● Alkohol nur verwenden, wenn dies in der Produktdokumentation ausdrücklich zugelassen ist;
● Ohne entsprechende Angabe zunächst trocken mit Luft und einem fusselfreien Optiktuch reinigen;
● Bei hartnäckigen Fettspuren ausschließlich eine vom Hersteller empfohlene Reinigungsmethode verwenden.
Auch Glasreiniger, Aceton, stark saure oder alkalische Reinigungsmittel sowie andere nicht freigegebene Lösungsmittel sollten vermieden werden.
Welche Vorsichtsmaßnahmen sind bei der Reinigung wichtig?
● Optische Oberfläche nicht mit den Fingern berühren.
● Keine scharfen Gegenstände zum Abkratzen verwenden.
● Keine harten Bürsten oder scheuernden Materialien einsetzen.
● Keinen übermäßigen Druck auf das Infrarotfenster ausüben.
● Flüssigkeiten nicht direkt in größeren Mengen auf die Optik sprühen.
● Keine Hochdruckluft aus geringer Entfernung verwenden.
● Nicht messen, solange die Optik noch feucht ist.
● Bei Kratzern, Rissen, beschädigter Beschichtung oder innerer Verschmutzung sollte das Gerät fachgerecht geprüft und nicht selbst zerlegt werden.
Wie oft sollte die Optik gereinigt werden?
Ein allgemeingültiges Reinigungsintervall gibt es nicht. Die Häufigkeit hängt von der Einsatzumgebung und dem Verschmutzungsgrad ab.
In Laboren, Büros oder anderen sauberen Innenbereichen genügt in der Regel eine regelmäßige Sichtkontrolle und Reinigung bei Bedarf.
Bei Wartungsarbeiten, HVAC-Anwendungen, in Werkstätten, Produktionsbereichen, auf Baustellen oder in staubiger beziehungsweise öliger Umgebung sollte die Optik häufiger kontrolliert werden.
Unnötig häufiges Wischen ist jedoch ebenfalls nicht empfehlenswert, da dadurch die mechanische Belastung der optischen Oberfläche steigt.
Was tun, wenn die Messwerte nach der Reinigung weiterhin ungenau sind?
Eine verschmutzte Optik ist nur eine mögliche Ursache für Messabweichungen. Bleiben die Werte nach der Reinigung auffällig, sollten zusätzlich folgende Punkte geprüft werden:
● Eignung des Emissionsgrads der Messoberfläche;
● Korrekte Emissionsgradeinstellung am Gerät;
● Einhaltung des D:S-Verhältnisses;
● Vollständige Abdeckung des Messflecks durch das Messobjekt;
● Keine Messung durch normales Glas oder transparenten Kunststoff;
● Keine stark reflektierende Messoberfläche;
● Ausreichende Temperaturangleichung nach einem Umgebungswechsel;
● Keine Beeinflussung durch Kondensation, Dampf, Rauch oder Staub;
● Gegebenenfalls Kalibrierung oder fachgerechte Überprüfung.
Die Reinigung der Optik ist somit ein wichtiger Teil der Wartung und Fehlersuche, ersetzt jedoch nicht die Überprüfung der übrigen Messbedingungen.
FAQ
Beeinflusst eine geringe Staubmenge bereits die Messung?
Leichter Staub verursacht nicht zwangsläufig sofort eine erkennbare Abweichung. Bei zunehmender Ablagerung kann die Infrarotübertragung jedoch beeinträchtigt werden.
Kann die Optik mit einem feuchten Tuch gereinigt werden?
Ein normales feuchtes Tuch ist nicht empfehlenswert. Es kann Rückstände hinterlassen und ist möglicherweise nicht für optische Flächen geeignet.
Wie entfernt man Fingerabdrücke?
Zuerst Staub entfernen, anschließend mit einem sauberen fusselfreien Optiktuch vorsichtig wischen. Falls erforderlich, nur eine freigegebene Reinigungsflüssigkeit verwenden.
Kann man Staub einfach mit dem Mund wegblasen?
Nein. Ausatemluft enthält Feuchtigkeit und feine Tröpfchen, die zusätzliche Rückstände verursachen können.
Kann ein Infrarot-Thermometer mit zerkratzter Linse weiter verwendet werden?
Das hängt von Lage und Ausmaß der Beschädigung ab. Bei sichtbaren Schäden oder auffälligen Messwerten ist eine fachgerechte Prüfung zu empfehlen.
Behebt eine Reinigung alle Messprobleme?
Nein. Auch Emissionsgrad, Messabstand, Messfleckgröße, reflektierende Oberflächen, Umgebungseinflüsse und Gerätezustand können das Ergebnis beeinflussen.
Zusammenfassung
Die Linse beziehungsweise das Infrarotfenster eines Infrarot-Thermometers überträgt die vom Messobjekt ausgesandte Infrarotstrahlung zum Detektor. Staub, Fett, Wasserflecken und Fingerabdrücke können diese Übertragung beeinträchtigen und die Messstabilität reduzieren.
Die Reinigung sollte nach dem Prinzip „erst Partikel entfernen, dann bei Bedarf wischen“ erfolgen. Geeignet sind Blasebalg, weicher Optikpinsel und fusselfreie Reinigungsmaterialien. Scheuernde Papiere, scharfe Werkzeuge, aggressive Lösungsmittel und übermäßiger Druck sollten vermieden werden.
Eine saubere Optik in Verbindung mit korrektem Emissionsgrad, geeignetem Messabstand und sachgemäßer Bedienung trägt wesentlich zu stabilen und zuverlässigen Messergebnissen bei.




















